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Zu Hebräer 13,14

Abgedruckt in: Miteinander. Gemeindebrief der Evangelischen Kirchengemeinde Niederweidbach, Nr. 52, Juli-November 2008, 5-8

Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Dies ist ein bekannter Vers aus der Bibel. Man könnte auch sagen: Wir haben hier kein bleibendes Dorf, kein Niederweidbach, Oberweidbach und Rossbach. Wir haben hier kein bleibendes Haus, keine bleibende Wohnung. Wir haben hier kein bleibendes Land, kein Deutschland. Wir haben hier keine bleibende Heimat, kein Hessen, kein Bergland.

In diesem Bibelvers geht es um einen Ort, um den Ort wo wir sind und um einen Ort, den wir suchen.

Suchen sie einen Ort? Eigentlich suchen sehr viele gar keinen anderen Ort. Das mit dem Ort ist sehr unterschiedlich. Es gibt viele, die an dem Ort, an dem sie sind, sehr glücklich sind. Da fühlen sie sich richtig, da fühlen sie sich zu Hause, da sind nette Menschen, da ist die Familie, da sind die Kinder und die Enkel, da steht das Haus, da ist der Ort mit meinem kleinen Besitz. Da sind sie geboren, da wohnen die Freunde, da ist die Arbeit. Manche nennen diesen Ort Heimat, andere fühlen sich einfach wohl, wo sie sind.

Das mit dem Ort ist aber sehr unterschiedlich. Denn viele fühlen sich an dem Ort, an dem sie sind, auch unglücklich. Sie fühlen sich nicht wohl in ihrer Haut. Sie fühlen sich nicht wohl in ihrem Haus. Sie wollen weg, in den Urlaub oder in ein anderes Leben. Sie haben Enttäuschungen erlebt mit Menschen, mit der Familie und den Verwandten. Sie fühlen sich in der Arbeit nicht ausgelastet. Manche wollen sterben, weil sie krank sind und keinen Sinn sehen, niemand wartet und es keine Perspektive gibt.

Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

In diesem Bibelvers geht es auch um das Bleiben. Wir haben keine bleibende Stadt, kein bleibendes Dorf, kein bleibendes Haus. Nichts bleibt bestehen. Nichts bleibt wirklich.

Das ist nüchtern gesagt, das wissen wir. Aber eigentlich wollen doch die meisten bleiben. Sie wollen da bleiben, am Leben bleiben. Sie wollen glücklich sein und bleiben. Es soll sich möglichst nicht allzu viel ändern. Man hat sich ganz gut eingerichtet. Man hat sich dran gewöhnt. Alles hat viel mit Offenheit und Gewohnheit zu tun. Und doch: Spätestens auf dem Friedhof merken wir, dass das Bleiben nur auf Zeit möglich ist.
Wir schauen uns um. Wir sehen das Haus und Dorf. Wir sehen Fernsehen und hören Radio. Veränderungen überall. Wenn man nach Jahren in eine Stadt fährt, die man früher ganz gut kannte, was hat sich alles verändert. Wenn man einen Menschen trifft, den man früher ganz gut kannte, wie hat der sich verändert. Die Haare, das Gesicht, die Hände, die Gesundheit.

Veränderung überall. Auch im Denken. Was ist von den Werten geblieben? Wie hat sich der Glaube verändert? Welche Entwicklung gab es im Beruf? Die Veränderung ist überall.

Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Was suchen wir eigentlich? Eine zukünftige Stadt, ein zukünftiges Dorf, eine zukünftige Heimat, eine zukünftige Welt. Wer realisiert schon im Alltag, dass er auf einer Reise ist? Dass er unterwegs ist? Dass er aus seinem Haus einmal heraus getragen wird.

Viele haben ein Navigationsgerät und suchen Ziele. Wir haben unsere Bedürfnisse und suchen Sättigung. Wir suchen Bestätigung, Anerkennung und Liebe. Wir suchen – als glaubende Menschen – nach Sinn, nach Antwort, nach Gott selbst.

Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Rund um diesen Vers im Hebräerbrief ist von Jesus die Rede. Jesus ist gestorben, Jesus hat gelitten, Jesus hat von der Schuld gereinigt. Jesus hat gehandelt. Jesus lebt. All das bedeutet: Bei aller Veränderung, Jesus bleibt. Er ist auferstanden. Er lebt. Er tröstet. Er hilft. Jesus bleibt. Er ist nicht sichtbar, aber erfahrbar. Er ist zur Rechten Gottes in Gottes Reich und damit uns nahe. Er ist da. Das ist die Erfahrung, die die Jünger nach Ostern gemacht haben. Und da ist eine Gemeinde, in der Glauben gelebt wird. In der er da ist.

Das hat dann eine Auswirkung auf meinen Ort, auf meine Stadt, auf mein Haus, auf meine Heimat. Das hat eine große Auswirkung auf mich, auf mein Leben, auf mein Denken, auf meine Werte, auf meine Familie.

Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Im Zusammenhang mit diesem Satz in der Bibel bekommen wir Arbeitsaufträge: Lasst uns zu Jesus hinziehen. Wir wollen ihn preisen. Wir wollen uns zu ihm bekennen. Wir sollen Gutes tun und mit anderen teilen.

Eine bleibende Stadt, ein bleibendes Dorf, ein bleibenden Haus haben wir also nicht, aber wir haben einen Herrn, der bleibt und wir haben den Auftrag, bei diesem Herrn zu bleiben. Bei dem bleiben was er gesagt hat, unser Leben darauf gründen, beim Wort bleiben, bei der Liebe bleiben, am Glauben festhalten.

Und dann suchen wir auch etwas, dann suchen wir eine neue Stadt, ein neues, geistliches Haus, ein neues, geistliches Dorf, ein neues, geistliches Denken und wir vertrauen auf eine neue, geistliche Stadt. Die Zukunftsmusik von seinem Reich werden wir dann laut hören, aber auch jetzt schon dringt sie leise an unser Ohr. Frank Rudolph