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„Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr lässt den nicht ungestraft, der seinen Namen missbraucht“ (Deuteronomium 5,11). Das ist das dritte der zehn Gebote, um das es heute geht.

Die ersten beiden Gebote habe ich bereits ausgelegt. Im ersten Gebot sagt Gott: „Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus. Du sollst neben mir keine anderen Götter haben“ (Deuteronomium 5,6f). Im zweiten Gebot heißt es: „Du sollst dir kein Gottesbildnis machen, das irgend etwas darstellt am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde“ (Deuteronomium 5,8).

Das erste, das zweite und das dritte Gebot gehören zusammen. Das dritte Gebot wird nur im Zusammenhang mit dem ersten Gebot recht verstanden, denn im ersten Gebot stellt sich der Gott vor, der nun den Missbrauch seines Namens verbietet.

Manche halten die ersten drei Gebote für nicht so wichtig wie die dann folgenden. Sie meinen, die Gebote wie „Du sollst nicht töten“, „Du sollst nicht stehlen“ und „Du sollst Vater und Mutter ehren“ seien wichtiger. Das sehe ich anders. Die ersten drei Gebote sind die Grundlage für die weiteren sieben Gebote. Die ersten drei Gebote klären die Verhältnisse. Menschlich bleibt der Mensch nur dann, wenn er Gott über sich anerkennt und sich nicht selbst an die Stelle Gottes setzt.

Das dritte Gebot heute also: „Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr lässt den nicht ungestraft, der seinen Namen missbraucht“. Das dritte Gebot hat mit dem Mund und mit der Zunge zu tun.

Welchen Namen hat Gott?
Gottes Namen sollen wir nicht missbrauchen. Wie heißt Gott eigentlich, was ist sein Name? Wir kennen Gottes Namen, seitdem er sich Mose am brennenden Dornbusch vorgestellt hat (Exodus 3,14). Mose wird dazu berufen, das Volk Gottes aus Ägypten heraus durch die Wüste zum Sinai zu führen. Und bevor Mose aufbricht, versichert ihm Gott, dass er bei ihm und dem Volk ist, dass seine Hilfe bei ihnen ist, dass er ihnen beisteht – und das tut er, indem er seinen Namen sagt. Sein Name ist Jahwe. Das ist ein für unsere Ohren ein Wort, es ist aber ein kurzer Satz, den man auf verschiedene Weise übersetzen kann. Dieser Satz heißt: "Ich-bin-der-ich-bin da", oder: "Ich bin der, als der ich mich erweisen werde", oder: „Ich bin, der ich bin“, oder: „Ich werde sein, der ich sein werde.“ Dieser Gottesname beschreibt die Grunderfahrung, die Israel und alle Glaubenden mit Gott machen. Gott ist lebendig, er rettet, er ist wirksam gegenwärtig, er steht bei, er liebt. Jahwe ist keine logische Idee, keine abstrakte Vorstellung. Er ist mit seinem Volk im Lauf seiner Geschichte unterwegs. Wo sein Name genannt ist, da ist er selbst da. Gottes Name ist heilig, es ist sein göttlicher Name. Wo sein Name genannt ist, da geschieht etwas. Gottes Name macht seine Zusage der Treue deutlich.

Und noch einmal stellt sich uns Gott mit seinem Namen vor, in Jesus Christus.
Auch dies ist ein göttlicher Name. Durch Jesus Christus und seinen Namen kommt Rettung zu uns Menschen (Apostelgeschichte 4, 12). Unter dem Namen Jesus Christus werden sich alle Menschen beugen (Philipper 2, 9-10). Böse Geister müssen vor dem Namen Jesus Christus weichen (Lukas 10, 17). Der Name Jesus Christus ist höher als alle anderen Namen (Hebräer 1, 4).

Ist ihr Name schon einmal missbraucht worden?
„Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr lässt den nicht ungestraft, der seinen Namen missbraucht“. Was bedeutet ihnen ihr Name? Ist ihr Name schon einmal missbraucht worden?
Ein Name wird missbraucht, wenn sich jemand auf einen anderen beruft, etwa: „Der soundso hat gesagt“ – dabei hat der andere das gar nicht gesagt.

Am Computer wird ein Name missbraucht, wenn einer den Namen eines anderen benutzt, sich an seinen Dateien zu schaffen zu machen. Hacker spionieren den Namen von anderen aus. Spionageprogramme suchen fremde Namen und Passworte um dann ein Konto zu plündern.

Betrüger versenden Briefe unter dem Namen einer anderen Firma um etwas zu verkaufen. Telefonmarketingfirmen rufen unter dem Namen einer bekannten Institution irgendwo an und will etwas verkaufen oder in Erfahrung bringen. Selbst der Name eines Bundesamtes soll schon missbraucht worden sein.

Wenn mein Name missbraucht, verunglimpft oder lächerlich gemacht wird, tut das weh. Es ist nicht nur mein Name, der ins Lächerliche gezogen oder missbraucht wird, mit dem Namen verbindet sich eine Person oder eine Organisation. Der Missbrauch geht gegen diese Person oder Organisation, nicht nur gegen den Namen. Mein Name ist mehr als ein nur ein Name, mehr als nur ein Wort, mein Name bin ich.

Der Name ist immer auch eine Macht. Durch die Nennung eines Namens holt man sich eine andere, oft nicht anwesende Person, in sein Boot und versucht, mit dieser Macht, die dieser andere Name ist, selbst mächtiger zu werden. Keiner will, dass sein Name missbraucht wird – und Gott will das natürlich auch nicht.

Wie missbrauchen wir Gottes Namen?
„Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr lässt den nicht ungestraft, der seinen Namen missbraucht“.

Gott ist in seinem Namen immer lebendig gegenwärtig. Wenn man sich das nicht bewusst macht, dann kann man seinen Namen leicht missbrauchen.

1. Gottes Namen wird missbraucht, wenn zu Unrecht behauptet wird, dass etwas „in Gottes Namen“ geschieht. Kriege, Kreuzzüge, Terror, Gewalt sind in Gottes Namen geschehen und geschehen in Gottes Namen – und das ist von Anfang an gegen Gott und eine Lüge. Gottes Name muss oft dazu herhalten, Unrecht und Unmenschlichkeit „abzusegnen“. „In Gottes Namen“ wird aus fanatischem, religiösen und politischen Gründen geraubt, gefoltert und gemordet. Im Namen Gottes wird Zwang ausgeübt. Wer das tut, benutzt Gott zu eigensüchtigen Zwecken und verstößt gegen das dritte Gebot.

2. Gottes Namen wird missbraucht, wenn von Gott gedankenlos, respektlos und unüberlegt gesprochen wird. Wenn dahergeredet und geschwätzt wird. Gedenkenlos und respektlos sind oft solche Ausrufe und Sätze: „Gott sei´s geklagt“, „O Gott“, „Herrje (Herr Jesus)“, „O Gottchen“, „Ach du lieber Gott“, „Gott sei dank“, „Ach Gott“ und „Halleluja (Gepriesen sei der Herr)“. Wer so redet, tut es vielleicht unwissend oder hat eine schlechte Angewohnheit, gleichzeitig ist es gedankenlos, unüberlegt und respektlos. Diese Sätze und Ausrufe sind Sprachtrümmer und Wortfetzen, die irgendwann einmal etwas mit Gott zu tun hatten und die irgendwie noch an Gott erinnern. Es sind zum Teil Sätze aus der Sprache des Gebets, aber es ist eben kein Gebet. Wer „Ach du lieber Gott“ ruft, der ruft Gott, der betet. Gott, der unser Gebet hört, fühlt sich dann angerufen und er will hören, was zu ihm gesagt wird, aber er hört nichts. Gott wird wie eine Redefloskel benutzt – und das fördert das persönliche Verhältnis zwischen Gott und Mensch nicht.

3. Gottes Name wird missbraucht, wenn sein Name im Zusammenhang mit Magie, Zauber, Aberglauben und Fluch benutzt wird.

4. Gottes Name wird missbraucht, wenn man bei Gottes Namen falsch schwört. Das dritte Gebot wird auch so übersetzt: „Du sollst bei dem Namen des Herrn, deines Gottes, keinen Meineid schwören, denn der Herr spricht den nicht frei, der bei seinem Namen einen Meineid schwört.“ Kinder schwören, um so ihren Worten Nachdruck zu verleihen. Erwachsene schwören vor Gericht. Politiker schwören, wenn sie eingesetzt werden.

5. Gottes Name kann auch religiös in Gebet und Predigt missbraucht werden, wenn falsche Propheten und Prediger auftreten und angeblich im Namen Gottes predigen. Hier gehört vielleicht auch das Gebet um die Segnung von Kriegswaffen hin.

6. Gottes Namen wird missbraucht, wo man seinen Namen lästert und in den Schmutz zieht.

Um Gottes Namen nicht zu missbrauchen, sprechen die Juden Gottes Namen nicht aus und in der alttestamentlichen Wissenschaft wird Jahwe oft nur durch die Buchstaben JHWH genannt, das Tetragramm des Gottesnamen.

Gott wird strafen
„Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr lässt den nicht ungestraft, der seinen Namen missbraucht“. Wer einen Namen kriminell für Betrug missbraucht, wird bestraft. Und auch den Namen Gottes zu missbrauchen, hat Folgen. Wer Gottes Namen missbraucht, wird bestraft, sagt Gott in diesem Gebot.

Wie wird Gottes Namen richtig gebraucht?
Über den Missbrauch des Namens von Gott habe ich geredet, aber wie ist der rechte Gebrauch? Gottes Name wird recht gebraucht, wenn man ihn anruft und zu ihm betet, wenn man Gott lobt und dankt. Wir dürfen Gott in großer Selbstverständlichkeit anreden. Wir können mit Gott reden wie mit einem Freund. Wir können Gott ihm alles anvertrauen, Geheimnisse, Wünsche, Träume, Kummer. Wie gut, dass Gott einen Namen hat, denn so können wir ihn ansprechen.

Rede gut von Gott, lobe und danke. Das kann im Gebet, in Fest und Feier, in Klage und Trauer, in Freude und Jubel geschehen.

Jesus selbst spricht es uns vor: „Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.“ Das ist die erste Bitte des Vaterunsers und wohl die wichtigste Bitte, weil sie an erster Stelle steht. „Heiligen“ heißt „groß machen“. „Dein Name werde groß gemacht“. Gott selbst möge seinen Namen heiligen – und wir sollen ihn groß machen. Gott selbst möge dafür sorgen, dass sein Name bekannt wird – und wir.

Frank Rudolph