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Abgedruckt in: Miteinander. Gemeindebrief der Evangelischen Kirchengemeinde Niederweidbach, Nr. 44, Dezember 2005 bis Februar 2006, 5-7.


Wir brauchen gute Vorbilder in unserem Land. Wir brauchen gute Vorbilder in der Gemeinde. Menschen, deren Weg man folgen kann. Menschen, an denen man sich orientieren kann. Es gibt sie, die vorbildhaften Menschen, die vorbildhaften Männer und vorbildhaften Frauen. Alle hatten Vorbilder für das Leben, ohne sie geht es nicht.

Am wichtigsten sind Vorbilder bei der Erziehung. Kinder brauchen Vorbilder, lernen geschieht über Vorbilder. Vorbilder haben eine große Wirkung und eine hohe Verantwortung. Kinder ahmen positives wie negatives Verhalten nach. Kinder und Jugendliche haben einen großen Identitätshunger, die Poster mit den Stars in den Zimmern zeigen das. Eltern sind Vorbilder und Großeltern. Kinder sehen, wie Eltern und Großeltern ihr Leben leben, wie sie Entscheidungen treffen, denken und handeln. Kinder brauchen realistische Vorbilder. Kinder orientieren sich in ihrem Fühlen, Denken und Verhalten an den Erwachsenen, Kinder merken jedoch die Widersprüche im Reden und Handeln der Erwachsenen auch sehr schnell und sprechen das aus.

Auch beim Glauben lernen sind Vorbilder nötig. Eltern und Großeltern sind auch in dieser Hinsicht Vorbilder, Vorbilder im Glauben und im christlichen Leben. Und Paten haben solch eine Funktion. Das Wort „Pate“ kommt vom lateinischen „pater spiritualis“, das heißt „geistlicher Vater“.

Vorbilder im Glauben sind Menschen, die Bibel lesen, christliche Lieder singen, beten, Gottesdienst feiern, an Gruppen der Gemeinde teilnehmen, die den Sonntag heiligen, die in der Gemeinde und in der Familie geistliches Leben integrieren, die sich in der Gemeinde und in der Gesellschaft engagieren.

Übrigens können auch Kinder zum Vorbild für Erwachsene werden. Jesus etwa stellt Erwachsenen Kinder vor Augen wegen ihres Glaubens. Jesus fordert Erwachsene auf, von den Kindern zu lernen. Hier wird deutlich: Erwachsene und Kinder sind gemeinsam auf dem Weg des Glaubens

Welche Vorbilder hat ein geistliches Vorbild? Die Bibel und die Kirche sind reich an Gestalten des Glaubens. Abraham gilt in der Bibel als ein Vorbild des Glaubens. Er zog los auf Gottes Weisung hin. Er war gehorsam gegen den Willen Gottes. David gilt als Vorbild, als Gesetzestreuer und als Mann Gottes. Maria erscheint als ein Vorbild für die Glaubenden, diese Tradition wird besonders bei unseren katholischen Brüdern und Schwestern betont. Vorbilder in der Kirchengeschichte sind etwa Martin Luther, Dietrich Bonhoeffer und Martin Luther King.

Das wichtigste Vorbild für Christen und Christinnen ist aber natürlich Jesus Christus selbst. Jesus Christus ist unser Herr, er ist unser Retter und er ist unser Vorbild. Die Stelle, in der das ganz deutlich ausgesprochen ist, ist das Lied auf Jesus Christus in Philipper 2,5-11:

Habt im Umgang miteinander stets vor Augen, was für einen Maßstab Jesus Christus gesetzt hat: Er war in allem Gott gleich, und doch hielt er nicht gierig daran fest, so wie Gott zu sein. Er gab alle seine Vorrechte auf und wurde einem Sklaven gleich. Er wurde ein Mensch in dieser Welt und teilte das Leben der Menschen. Im Gehorsam gegen Gott erniedrigte er sich so tief, dass er sogar den Tod auf sich nahm, ja, den Verbrechertod am Kreuz. Darum hat Gott ihn auch erhöht und ihm den Rang und Namen verliehen, der ihn hoch über alle stellt. Vor Jesus müssen alle auf die Knie fallen - alle, die im Himmel sind, auf der Erde und unter der Erde; alle müssen feierlich bekennen: »Jesus Christus ist der Herr!« Und so wird Gott, der Vater, geehrt.

Der Herr Jesus Christus ist unser Vorbild. Wir lesen in Gottes Wort, wie er sich das Leben vorstellt. Er war gehorsam gegen Gott, er ist ein Vorbild beim gegenseitigen Dienen, sein Verhalten und Wandel war vorbildlich. Christus ist das Vorbild für Bruder- und Schwesterliebe. Er ist das Vorbild für Nächstenliebe, für Dienst und Diakonie, für die Hilfe für Notleidende und für die Gastfreundschaft. Ihn sollen wir nachahmen.

Nicht nur jeder Christ und jede Christin soll ein Vorbild sein, auch die ganze Kirchengemeinde insgesamt. Sie soll für andere da sein. Sie soll Zeichen der Liebe Gottes sein und Vorbild für menschliches Zusammenleben.

Du bist ein Vorbild und du hast ein Vorbild, gegen diesen Gedanken werden zwei Einwände ins Spiel gebracht. Einmal tun sich viele mit dem Gedanken, ein Vorbild im Glauben zu sein, sehr schwer. „Ich will meinen Glauben so nicht leben“, sagen viele. Bibellesen, Gottesdienst, Gebet, Gesang, Engagement, Mitarbeit. Lieber die anderen, ich nicht. Was Jesus vom „stillen Kämmerlein“ gesagt hat, bezog sich jedoch nicht auf das Glauben leben.

Der zweite Einwand ist vielleicht noch gewichtiger. Das ist der Zeigefinger auf andere mit den Worten: „Schau dir die an, die will eine Christin sein und tut dies und jenes.“ „Schau dir den an, der will ein Christ sein und er tut dies und jenes.“ „Der werfe den ersten Stein“, hat Jesus an dieser Stelle gesagt. Aber ebenso wichtig ist es, darauf hinzuweisen, dass die Vorbilder des Glaubens in der Bibel und in der Kirchengeschichte ebenfalls allesamt große Sünder waren. Abraham hatte seine Schattenseiten und David war ein Ehebrecher.

Du bist ein Vorbild im Glauben und du hast ein Vorbild: Jesus Christus. Sei ein Vorbild im spirituellen Leben. Gottes Segen und seine Verheißung begleitet dich dabei.

Frank Rudolph