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Jenseits von Eden

Abgedruckt in: Miteinander. Gemeindebrief der Evangelischen Kirchengemeinde Niederweidbach, Nr. 56, Februar-Juni 2010, 5-6.

Wir befinden uns diesseits und jenseits von Eden. Aus dem ersten Paradies wurden Adam und Eva vertreiben wegen ihrer Auflehnung gegen Gott. Daher sind wir jenseits von Eden. Aber wir hoffen auf ein neues Paradies, das kommende Reich Gottes, daher sind wir auch diesseits von Eden. Wir stehen zwischen zwei Paradiesen, aber hier, wo wir jetzt sind, ist kein Paradies. Wir müssen mit Schweiß und Ärger arbeiten und die Geburt der Kinder geschieht unter großen Schwerzen, beides waren die Strafen Gottes für die Auflehnung der Menschen gegen ihn. Die Meinungen über das Paradies gehen auseinander. Für die Werbung ist der Garten Eden ein Ort der Ruhe und der Entspannung. Für die Bibel ist er der Ort im Osten, den Gott aus Erde geschaffen hat. Heute heißen Hotels, Restaurants und Filme "Eden". In der Bibel ist es der Ort, wo Gott spazierengeht am Abend. In den Zeitschriften werden Naturlandschaften Paradiese genannt. In der Bibel ist es der Ort mit zwei besonderen Bäumen, deren Früchte verboten sind. Dem Baum des Lebens und dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Wir denken an einen grünen Garten, an bunte Blumen, an blaues Wasser und Sonnenuntergang. Für die Bibel ist es der Ort, wo alle Tiere friedlich leben. Für uns ist das Paradies der Ort, wo wir hin wollen. Für die Bibel ist es der Ort, aus dem Menschen vertrieben wurden und in den es kein Zurück gibt. Der Garten ist verschlossen, Engel stehen davor und verwehren den Eintritt.

Unsere Sehnsucht geht trotzdem hin zu Paradiesen. Es gibt das Urlaubsparadies, das Gartenparadies, das Wohnparadies. Ein Aufenthalt in diesen Paradiesen kostet meist viel Geld und geht zu Ende. Wir sind jenseits von Eden und das Paradies ist verloren, unwiederbringlich verloren. Verloren ist der Garten, weil der Mensch das Paradies wegen eines Apfels und auf der Suche nach Erkenntnis und Weisheit verloren hat. Er hat es verspielt. Einer versuchte den anderen, einer verführte den anderen, Gut und Böse sind eng zusammen, an einem Ort.

Heute behaupten Wissenschaftler, den Garten gefunden zu haben. Man versucht das Paradies aufgrund der vier paradiesischen Flüsse zu orten. Wie gerne würden wir im Paradies sein. Die Suche hilft aber nicht weiter. Das Paradies ist kein Ort auf der Landkarte.

Es bleibt die Sehnsucht von uns Menschen nach Vollendung, nach Sinn, nach Leichtigkeit, nach Nähe, nach Harmonie von Mensch und Tier, nach Glück, nach Einklang und Frieden. Gerade heute bleibt diese Sehnsucht, wo wir unsere Welt als Lebensraum zerstören, wo wir in der Postmoderne und im Säkularismus nach Werten und Wegen für das Leben suchen. Wo ist die Schönheit und Erlösung? Wo werde ich angenommen statt abgelehnt? Wo ist Freundschaft und Vertrauen? Wer steht zu mir, wenn Enttäuschung herrschaft und die Liebe wie ein Hauch vorüberzieht?

Übriggeblieben ist der Gärter, der damals am Abend durch den Garten ging und bei diesem Spaziergang Adam und Eva traf. Dieser Gärtner hat ein neues Paradies vorgesehen. Jesus, sein Sohn, erzählt von diesem Paradies und Johannes in seiner Offenbarung. Für Jesus ist das Paradies der Ort, an dem die Erlösten sind. Das Paradies gehört zur Auferstehung und zur Hoffnung, zur Zukunft und zur Vollendung. Im kommenden Ort ist die damals durch Adam und Eva zerstörte Gemeinschaft mit Gott wieder hergestellt. Die Offenbarung des Johannes spricht ebenfalls vom Paradies. Nach diesen Berichten ist das Paradies eine glänzende Stadt und ein schöner Garten und in diesem Garten gibt es auch wieder besondere Bäume, den Baum des Lebens und das Wasser des Lebens. Eine Schlange gibt es dort nicht mehr. Leid, Tränen und Tod sind weg. Die Gemeinschaft mit Gott in diesem neuen Paradies ist das prägendste Element.

Wir leben zwischen zwei Paradiesen und sollen unseren Lebensraum als Menschen Gottes so gestalten, dass das Reich Gottes schon hier im Kleinen beginnt.

Frank Rudolph