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Abgedruckt in: Miteinander. Gemeindebrief der Evangelischen Kirchengemeinde Niederweidbach, Nr. 50, Okt.-Dez. 2007, 22-25.


In diesem Jahr haben wir den 13. Seegottesdienst am Aartalsee gefeiert. Erstmals waren mehr als 600 Personen dabei. Dies ist der Anlass, die Geschichte der Seegottesdienste zu erzählen.

Der Aartalsee ist im Zeitraum von 1974 bis 1992 entstanden. 1974 begannen die ersten Planungen, 1984 war der erste Spatenstich. 1991 wurde mit der Stauung der Aar begonnen und 1992 wurde der Badestrand eröffnet. Drei Jahre später wurde der erste Seegottesdienst gefeiert. Am 17. September 1995 um 10.30 Uhr kamen rund 50 Personen auf dem Surfgelände in Niederweidbach zusammen, für Sitzgelegenheiten war gesorgt worden. An vielen Seen finden in den Sommermonaten Gottesdienste statt, auch ökumenische. Beim ersten Seegottesdienst am Aartalsee war die katholische Kirchengemeinde jedoch leider nicht beteiligt. Die Pfarrer Dieter Schwarz aus Niederweidbach, Jürgen Kuhn aus Bischoffen und Hartmut Schönherr aus Wilsbach waren dabei. Die Kirchenchöre aus Bischoffen und Niederweidbach sangen. Die Kinder waren eingeladen. Zum Essen und Trinken ging man nach dem Gottesdienst in den Aartalgrill. Der erste Gottesdienst hieß auch in Niederweidbach noch nicht „Seegottesdienst“, er hieß „Gottesdienst am See“. Anscheinend war der erste Seegottesdienst noch etwas spontan. Als der Gemeindebrief von Bischoffen gedruckt wurde hieß es da für den 14. Sonntag nach Trinitatis: „eventuell Seegottesdienst“.

Der zweite Seegottesdienst am 8. September 1996 war dann ökumenisch. Von katholischer Seite wirkte Referentin Elisabeth Pfeffer mit. Der Singkreis Bischoffen sang. Der Posaunenchor Bischoffen blies. Das erste Treffen hatte sich offenbar bewährt, daher wurde eine Fortsetzung durchgeführt. Wieder traf man sich am Surfgelände in Niederweidbach und das Essen wurde erneut im Aargrill eingenommen. Die Kinder waren wieder ausdrücklich eingeladen.
In gleicher Form fand der dritte Seegottesdienst am 20. Juli 1997 statt. Zweimal hatte der Gottesdienst im September stattgefunden, nun feierte man im Juli, es war der 8., nicht der 14. Sonntag nach Trinitatis. Die Chöre aus Bischoffen und Niederweidbach sangen, der Posaunenchor Bischoffen spielte.
Der Termin des Seegottesdienstes war nicht fest, er wurde offensichtlich jedes Mal neu über den Termin verhandelt. Der vierte Seegottesdienst war am 28. Juni 1998, der fünfte am 13. Juni 1999, der sechste am 13. August 2000, der siebte am 12. August 2001, der achte am 1. September 2002 und der neunte am 6. Juli 2003. Erst die letzten Jahre findet der Seegottesdienst regelmäßig vor den Sommerferien statt, er war am 4. Juli 2004. am 26. Juni 2005, am 2. Juli 2006 und am 17. Juni 2007. Im nächsten Jahr werden wir den Seegottesdienst wegen der frühen Sommerferien am 8. Juni 2008 feiern.

Die ersten drei Gottesdienste war man zu Gast auf dem Gelände des Surfclubs, ab dem vierten Seegottesdienst 1998 findet der Seegottesdienst auf dem Gelände des Segel- und Ruderclubs statt. Dadurch muss Mittagessen und Getränke beschafft und verkauft werden. Es muss gespült und aufgeräumt werden. Seit vielen Jahren kocht Ute Cieslar das Essen. In diesem Jahr ging man ausnahmsweise zu den Caterern der Gewerbeschau. Bei gutem Wetter lädt der Segel- und Ruderclub zum Segeln ein.

Beim Seegottesdienst singen regelmäßig Chöre der Umgegend. Dabei waren regelmäßig der Evangelische Kirchenchor Niederweidbach, der Singkreis Bischoffen, auch der MGV Wilsbach sang wiederholt.

Der Gemeindegesang wurde fast immer durch die Bläser aus Bischoffen unterstützt. 2006 blies der Posaunenchor des CVJM Hirzenhain. 2007 wurde mit einem Keyboard begleitet.

2001 wurde nach dem Seegottesdienst eine Sponsoring-Aktion für die Restaurierung des Alters in der Evangelischen Marienkirche Niederweidbach durchgeführt: „Laufen und Fahren für unseren Kirchenschatz“.
Die Zahl der beteiligten Kirchengemeinden nahm regelmäßig zu. Zunächst waren Niederweidbach (Dieter Schwarz, ab 2004 Frank Rudolph), Bischoffen (Jürgen Kuhn, Ewald Renz) und Wilsbach (Schönherr, Ewald Renz) beteiligt. Ab 1996 die katholische Kirchengemeinde Bicken (Elisabeth Pfeffer, Franz Reuter, Dr. Andrea Steil, Helmut Kohl). 2001 kam Altenkirchen dazu (Pfarrer Obermeier, ab 2002 Holger Zirk). Seit 2006 macht Erda-Großaltenstädten (Andreas Hagel) mit. Die evangelischen Kirchengemeinden stammen somit aus zwei Landeskirchen, der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Es hat bereits Gespräche mit weiteren Gemeinden gegeben, vieleicht wird die Zahl weiter wachsen.
2004 wurde erstmals ein Vortreffen zur Planung mit den beteiligten Gemeinden und Personen durchgeführt. Dadurch nahm die Pfarrerzentrierung der ersten Seegottesdienste ab. Ab 2005 gibt es zwei Vortreffen und ein Nachtreffen. Checklisten und Dienstpläne werden durchgearbeitet. Bis zu zehn Personen aus den Gemeinden sitzen zusammen und sprechen über die Einzelheiten. Durch diese Planungsarbeit wurden die Seegottesdienste optimiert. Neben einem Liedblatt werden nun auch Mitteilungshinweise ausgegeben.
Auch die Kindergottesdienste, die parallel zum Erwachsenengottesdienst stattfinden, werden von einem Team aus den beteiligten Kirchengemeinden bei mehreren Vortreffen erarbeitet.
In den letzten Jahren hatten die Seegottesdienste Themen: 2004 ging es um den „Leuchtturm“, 2005 um „Jona“, 2006 um „Urlaub“ und 2007 um „Familie – entdecke die Möglichkeiten“.

Die Teilnehmerzahl stieg in den letzten Jahren. Waren bei dem ersten Treffen 1995 rund 50 Personen dabei, so waren es 2004 rund 570, 2005 rund 550, 2006 rund 583 und 2007 rund 630.

Der Seegottesdienst ist somit eine erfolgreiche gemeinsame ökumenische Veranstaltung unserer Kirchengemeinden, bei der man Gottes Wort, den See, die Gemeinschaft, die Vielfalt und die Natur genießt. Geregnet hat es noch nie.

Frank Rudolph