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Neues zur Geschichte der Marienkirche

abgedruckt in: Miteinander. Geemeindebrief der Evangelischen Kirchengemeinde Niederweidbach Nr. 58. Feb.-Okt. 2011, 24-26.

Es gab in der zweiten Jahreshälfte Kontakt mit zwei Wissenschaftlern von der Universität Trier, die Experten zu der Zeit der Baugeschichte der Marienkirche sind und die beide an wissenschaftlichen Arbeiten sitzen, die veröffentlicht werden sollen. Außerdem mit Daniel Romfeld vom Glockenmuseum. Durch diese drei Kontakte erfuhren wir neue Erkenntnisse zu Einzelheiten der Marienkirche.

1. Die Glocke von 1580
Der Glockengießer unserer alten Glocke von 1580, Laux Rucker, ist kein unbekannter Glockengießer, er ist u.a. in Frankfurt belegt. Dies machte Daniel Romfeld deutlich, der kürzlich unsere Glocke untersucht hat. Er korrigierte auch die Inschrift der Glocke:

SORINER LEHR ZV GOTIES EHR RUFICH MEIN NHCHBERN HER ZV MIR DVHT WOLVN VER DROSSEN 1 5 8 0
HAD MICH GOSSEN A LL EIN GOTT DIE EHR VND SVNSTKEIN NEM MEHR LAVX RVCKER
Das ist zu lesen als:
Zu reiner Lehr zu Gottes Ehr
ruf ich mein’n Nachbarn zu mir her.
Tut Wohl (!), [tut’s] unverdrossen.

Allein Gott die Ehr,
und sonst keinem mehr
Laux Rucker hat mich gossen.

2. Die zweischiffige Hallenkirche
Unsere Marienkirche ist eine der wenigen zweischiffigen Kirchen. Neu ist, dass sie damit zu einer Gruppe von zweischiffigen Kirchen gehört, die im alten Erzbistum Trier im 15./16. Jahrhundert entstanden sind. Wissenschaftlerin Angelika Glesius aus Trier forscht über diese Kirchen. Diese Gruppe von Kirchen wurden wohl errichtet auf die kleineren Einstützenbauten, die in der Nachfolge der Hospitalskapelle in Bernkastel-Kues entstanden sind. Vor allem an der Mosel und in der Eifel gibt es vergleichbare Bauten. Die Niederweidbacher Kirche ist die "nordöstlichste" Vertreterin dieser Gruppe.

3. Tabernakel bzw. Sakramentshaus
Über dem Sakramentshaus sind im Gibelfeld Zeichen der Passion von Jesus zu sehen: Peitsche, Nägel, Dornenkrone, Pranger, Würfel und der Rock von Jesus. Wissenschaftler Stefan Heinz aus Trier ist sich sicher, dass der Rock den Heiligen Rock aus Trier darstellt. Der Heilige Rock ist eine Reliquie, die im Trierer Dom aufbewahrt wird, er soll ein Fragment der Tunika von Jesus gewesen sein. Für uns wichtig ist, dass der Heilige Rock erst 1512 (wieder) entdeckt wurde und dass der Kult um diesen Rock 1513 begann. Dies bedeutet, dass das Sakramentshaus im Zusammenhang mit dem Bau der Kirche errichtet wurde. In der Zeit von ca. 1496 bis ca. 1520 kam an den älteren Turm das Schiff, so dass die heutige Kirche entstand. Um 1516/1518 wurde der Altar hergestellt, als einer der letztes Ausstattungsstücke der Kirche. Daher ließe sich das Sakramentshaus in die Zeit von 1513 bis vor 1520 datieren.

4. Richard von Greiffenklau
Stefan Heinz ist ein Experte über Bischof Richard von Greiffenklau. Bei dem Bischof, der auf der Stiftertafel des Altars dargestellt ist, hat es viel Diskussion darum gegeben, ob es sich um Hermann von Hessen oder Richard von Greiffenklau handelt. Heinz ist sich sicher, dass es Richard von Greiffenklau sein muß und er hat zahlreiche Argumente dafür, die er vermutlich bald veröffentlichen wird.

Frank Rudolph